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avm 036 pttrns - science piñata 12" | CD

pressinginfo: 12" 512 copies
CD 500 copies

released: april 2010

release infosheet (download / pdf)

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tracklist:
1. apocalypso 6. diamond life
2. paradise paradigms 7. professional voodoo
3. higher grounds 8. principle of touch
4. knick knack 9. houses & numbers
5. xhezemaing

review(s):

Pttrns are three charming multi-instrumentalists who share a doorbell in Cologne, Germany and who know exactly what they're doing. Their idea of music isn't restricted to the sheer production of sound, but instead contains an entire aesthetics, a claim to nothing less than the participation of everyone, the breaking down of distance and the orchestration of a concert as a communal performance - everyone plays everything. After 32 months, two cassette tapes and three vinyl singles, "Science Piñata" ist the first Pttrns album, produced by Guido Lucas, mastered by Josh Bonati (Aa) and nicely packaged by Our Polite Society. But most of all, "Science Piñata" is a successful documentation of their restlessness and energy, in its organic immediacy far away from a fixation on technique while still skillful and elaborate. An outstanding pop-sensibility, clearly informed by disco and afrobeat, is worked to give polyrhythmic post-punk-layers their soul back and to create something genuinely new and sincere in the process. The "thinking man's dance album", if you will.
Written by Kristof

In New York ist das ganz normal, das Plattenläden Indierock, Afrobeat und Dancefloor gleichermaßen anbieten. Deshalb tauchen dort auch Bands wie die schmerzlich vermissten Supersystem oder die allerdings schrecklich überbewerteten Vampire Weekend auf. In Deutschland fehlt so eine Kultur, da sind sich die verschiedenen Genres fremd. Und dann taucht da eine Band wie Pttrns auf, die bisher nur ein paar 7?s und eine Split-CD veröffentlicht hat und nun mit dem Full-Length-Debüt 'Science Piñata' erstmal auffällt. Aber gleich so richtig. Pttrns nehmen deutliche Anleihen bei Supersystem, sind dabei vielleicht nicht ganz so konsequent, aber ähnlich gut. Über einen extrem tanzbaren Beat werden Indiegitarren gelegt, die Musik ist hoch melodisch und postpunkig kratzbürstig. Das Trio unternimmt mal einen Ausflug in Richtung Dub, später wechselt der Sänger wie bei Disco-Bands in höhere Stimmlagen. Das Info nennt 'Science Piñata' " a thinking man's dance album". Besser kann man die Platte nicht so zusammenfassen. Mir bleibt noch hinzuufügen: Große Platte! Wer in diesem Frühjahr nur ein Album kauft, sollte dieses nehmen.
Review by Dietmar Stork

Zackig ist wohl zentrale Stichwort, wenn es um "Science Piñata" das erste Album von Pttrns (sprich: "Patterns") geht. Pttrns sind Daniel Mertens, Patrick Hohlweck und Benjamin Riedl, die in Köln zusammen in einer WG leben. Ihr Album strotzt nur so vor Energie, Spielfreude - und der Lust am Tanzen. Im Vergleich zu früheren Releases hat man auf "Science Piñata" allzu frickeligen Math- und Post-Hardcore-Ballast angeworfen. Stattdessen liefern Pttrns auf das Grundgerüst reduzierten, druckvollen Post-Punk ab. Das allein wäre nichts Ungewöhnliches: Die basslastigen Arrangements erinnern bisweilen an The Robocop Kraus und die ganze Platte atmet den Geist der guten alten Dischord-Schule (man denke z. B. an Q And Not U oder Les Savy Fav). Die Kölner verstehen es jedoch auf brillante Art und Weise, jede Menge Pop-Appeal, Disco-Tanzbarkeit und Afro-Klänge in ihre Musik zu integrieren. Das kannte man so bisher noch nicht - und dieser Qualität schon gar nicht aus hiesigen Landen. Vor allem die Rhythmussektion - auch wenn nach Angaben der Band hier eh je alles spielt - leistet hervorragende Arbeit und lädt zum wilden Ausrasten auf dem Dancfloor ein. Ein furioses Debütalbum und definitiv eine der interessantesten Veröffentlichungen aus deutschen Landen der letzten Zeit.
Review by Gästeliste.de

Wer den Song Book Of Flags von Q And Not U kennt, der weiß was es bedeutet, wenn ich behaupte, dass Science Piñata zu größten Teilen der Moment ist, an dem John Davis zum 'Whoooooooo' ausholt und sich danach alle Gliedmaßen im maximalsten Groove- und Discoenthusiasmus verselbständigen. Nach diesem hingeworfenen Appetithappen jedoch zunächst mal zu den knochentrockenen Fakten: PTTRNS, die bei ihrer Gründung noch Webslang-unaffin Patterns hießen, residieren schon seit geraumer Zeit in Köln. Und da wurde jahrelang im Angesicht von anscheinend bedingungsloser Dischordverehrung ein Alleshörer-Leben zwischen Punkrockkneipe und Electrotempel geführt. Kann ich mir jedenfalls so vorstellen. Neben zwei kleineren Eigenreleases gabs zwei vorbildliche Untergrund-Splits, einen mit den Würzburgern The Falcon Five, schließlich mit den Kölnern Fuckyouismyname. Szene-Gipfeltreffen talentierter Bands, die eher noch nach Post-Hardcore mit Tanzeinschlag klingen. Gegenüber diesen Kostproben sind PTTRNS auf ihrem Full-Lenght Debüt noch mehr Pop und noch mehr Tanz. Das Gerüst bleibt das, was Q And Not U als ihre Auslegung von Pop ins Dischord-Umfeld einbrachten. Dazu das Schwelgen in Les Savy Favschem Umgang mit Post-Punk-Dramatik gleichermaßen wie die Liebe zur verqueren Experimentierfreude der Talking Heads. Für mich klingt es nach reiflich gelernter D.C.-Schule. Die repetitiven Gitarren, die sich zur rechten Zeit oszillierend austoben, die vertrackten Drumpatterns, die melodisch wie rhythmisch tragende Rolle des Basses. Der Gesang angelegt zwischen juveniler Aufgeregtheit und exaltiertem Kopfstimmenwahn. Auf Science Piñata gelingt es aber außerdem so scharf und kohärent wie selten, Post-Hardcore-Wurzeln mit Sambafeeling, elektronischer Modularität und tanzbaren Beats zu verschmelzen, was einem blinden musikalischen Verständnis geschuldet ist. Wie das Cover schon sagt, ''everyone plays everything''. Vermutlich - und anders kann ich es mir nicht erklären - kommt durch diese Eingespieltheit niemals nur ein Hauch von Heterogenität auf, niemals ein Ansatz von Langeweile, weil jeder Part frenetisch aufeinander ausbalanciert ist. So gelingt es Paradise Paradigms und dem folgenden Higher Grounds in zwangloser House-Mix-Manier ineinander überzugehen. Diamond Life besitzt die Dreistigkeit eines Steve Harris' Gedächtnis-Galopp-Riffs - und klingt dabei auch noch jungfräulich gut. Ganz davon abgesehen, dass die Vocalparts sich in diesem Song von Part zu Part selber vor Ekstase überrennen. Auf Professional Voodoo widmet man sich einem Dub, was die klanglichen Möglichkeiten der drei Instrumente profunde zur Schau stellt. Der Sound, generiert von Blubox' Guido Lucas, wirkt hier fast schon angeberisch. Einen Song als nicht gelungen darzustellen empfände ich als Kleinkariertheit und Schikane. Es ist einfach alles zu flink, zu versiert, zu sehr dieser Moment, an dem Glückshormone in mein Hirn geballert werden. Einen Punkt Abzug gibts lediglich für die beim ersten Album obligatorische 'Luft nach oben'. Was für ein Einstand!
Review by Tinnitus-Mag.de

"When you see me on the floor it's for the best of times" ist bei Pttrns eine Aussage aus "Paradise Paradigms" und tatsächlich kann man noch deutlicher kaum sagen, was einem beim eigenen Musikschaffen wichtig ist. Ekstase. Eine Veränderung, die man am eigenen Verhalten bemerkt aus der Ergriffenheit der Musik heraus. In glitzernder Atmosphäre, in leuchtenden Kreisen und dem glücklichen Gefühl sich gerade jetzt in jeder Bewegung sicher zu fühlen. Gerade diese Sicherheit ist wohl das besondere beim Tanzen: die intuitiv gefühlten Bewegungen können nicht peinlich oder komisch wirken, denn schaut man sich um, trägt jeder das gleiche Lächeln im Gesicht, während Augen geschlossen bleiben. Jeder tut genau das Gleiche ohne jemals gelernt zu haben, was zu tun ist. Musik kann sicherlich auf verschiedene Weise Bedeutung besitzen, aber zweifellos sind ihre imperative für die Körperlichkeit immer noch die zeitlosesten. So haben sich die drei jungen Herren aus Köln dann auch viele Gedanken darüber gemacht, wie sie genau diese Vorgaben in Rhythmus und Melodie präzise gestalten wollen und gebaren aus der klassischen Bandbesetzung Schlagzeug, Gitarre, Bass neun polyrhytmische, polyvokale und vor allem auch auffallend polyperkussive Ungestümheiten. Anders Ausgedrückt: Jeder spielt alles, jederzeit. Science Piñata ist auf diese Weise das Werk einer (Wohn-)Gemeinschaft geworden, drängend in seiner Form schnell gezupfter E-Gitarrensaiten sowie choraler und laut ausgedrückter Gedanken der Rastlosigkeit. Der einzelne Tritt hinter sein Werk zurück, weil diese Musik gemeinschaftlich entsteht: "I found my senses in majestic tie & knots but i decided not to celebrate myself." Die Musiker tanzen selbst.
Review by Rote Raupe

Ein Klingelschild teilen sie sich also, diese drei rastlosen Musikanten aus Köln. Was steht denn da dann drauf? Rhythman, Fun und Tanzmaschien? Bei mir jedenfalls klingelt der Apocalypso jetzt noch im Ohr und meine Beine gleichen einem Pudding. Da bleibt keine keine Zeit für die Suche nach einem Namen für das Baby, das Post-Punk Disco und Afrobeat hier gezeugt haben, das wird einfach abgefeiert jetzt. Nach einem super System werden Coolness und Tanzfreude zu einer energiereichen Mischung vermengt, die sich in Sekunden auf Hirnwindungen und Beine beglückend auswirkt, jeder spielt mal alles und am Schluss zählt nur noch eines: die Freude, dabei gewesen zu sein.
Review by Westzeit

Das Kölner Trio hat bei Guido Lucas ein Debütalbum aufgenommen. Zu früh hat die Band diese Entscheidung auf keinen Fall getroffen. Zwar sind sie bisher lediglich ein Geheimtipp, doch ihre Stücke sind genau so, wie sie sein sollen: frisch, rappelig, rhythmisch treibend und energisch. Trotzdem aber besitzt diese Musik Popqualitäten, keine Selbstverstöndlichkeit im Rahmen eines durchaus lärmigen Gruppensounds. Wer noch nie von PTTRNS gehört hat, kann sicherlich mit einer kurzen Umschreibung etwas anfangen. Das Trio spielt in Anlehnung an den strengen und ernsten Punk-Funk der Gang Of Four und deren Clubnachtübersetzung, nämlich den hypnotischen Vielebenenverstrickungen und einer eigenwilligen Form der Ausgelassenheit von !!! und den frühen The Rapture. Eine solche Ausrichtung schürt selbstverständlich den blöden Verdacht, dass den Musizierenden wenig eingefallen ist. PTTRNS-Lieder sind beschränkt auf ein paar Gitarrenlicks, skandierten Jungmännergesang, Kopfstimmenübermut, ein polterndes Schlagzeug und rudimentäre Basslinien. Das ist gefährlich. Auch gefährlich nah an inspirationsfreier Imitation. Beim Erstkontakt kann das Trio für eine weitere dieser um die Jahrtausendwende hippen, tanzbaren Postpunk-Varianten mit wenig Fleisch auf dem Gerippe gehalten werden. In der Einfachheit, welche aber bewusst gewählt worden ist, liegt dann aber doch die Stärke des leider doch ziemlich kurzen Longplayers. Die Stücke sind nicht eilig dahingeworfen, sondern auf ihren unruhigen Kern reduziert. Rastlos verpulvern die PTTRNS Energie, ganz direkt, ungeschönt, roh. Sing- oder Shout-Alongs springen dabei ständig ab, durchaus optimistische sogar. Ferner entfalten fesselnde Minimalgrooves und einige feine Gitarrenmotive ihre Reize. Den PTTRNS - Daniel, Patrick und Benjamin - kann die Zukunft gehören.
Review by Alternative Nation

Die famose Patterns / The Falcon Five - Kollaboration auf der gemeinsamen Split blieb mir in großartiger Erinnerung - gerade weil bei diesem Format sonst oft der Eindruck entsteht, es würde mit Songresten gehandelt. Nun also das Debütalbum ersterer, die sich zu diesem Anlass noch griffiger in PTTRNS umbenannt haben. und wesentlich griffiger klingt auch ihre Musik auf "Science Piñata" (Altin Village & Mine Records / Cargo). Viel von der explosiven Energie der Vergangenheit kanalisierte das an den Instrumenten rotierende Trio in geordnetere Songs... samt beachtlichem Dance-appeal. Q and not U fallen da sogleich als Referenz ein; doch in dieser Nische stecken längst viele weitere Bands. Die Pttrns klingen passend dazu insgesamt ein gutes Stückchen professioneller; leider aber auch beliebiger. Dafür entschädigen selbst das phänomenal-schlichte Artwork sowie der Guido Lucas-Sound nicht ganz. Am Ende bleibt ein zwar gelungenes Album; für mich jedoch auch der Beigeschmack einer vertanen Chance, noch deutlichere Spuren zu hinterlassen.
Review by Sellfish

Drei Herren aus Köln teilen sich Briefkasten, Esstisch, Flur und Kloschüssel. Klingt nach normaler WG, Männer- WG mit all dem Spökes, der so dazu gehört. Mehr leere als volle Bierkästen, Fuppes am Samstag und gepflegtes am Sack kratzen wo man gerade geht und steht. Die Herren von Pttrns (sprich: Patterns) haben aber besseres oder zumindest noch anderes zu tun. Sie kratzen sich die Säcke vermutlich auch mal gepflegt im Proberaum den sie sich auch noch teilen. Und weil das mit dem Teilen der Wohnung und dem Proberaum schon so gut klappt, teilen sie in letzterem und auf der Bühne gerne noch die Instrumente. Alle spielen alles, zumindest Schlagzeug, Bass und Gitarre. Nicht gleichzeitig, aber dazu später. Wer nun meint, hier würde es um am- Sack- kratz- Mucke gehen, der irrt. Zwar teilen sie viel, aber so grundharmonisch ist das im Leben nunmal nicht. Nicht so entspannt und auch nicht so leicht zu durchschauen. Nach Splits mit Fuckyouismyname und The Falcon Five, nun das Erstlingswerk Science Piñata. Es kommt ganz leise angerauscht und geraschelt und dann geht es los. Relativ minimalistisch. Die Drums geben den Schwung, der Bass bumst in ruhigen Bahnen und die Gitarre besinnt sich auf jede einzelne Saite. Musikalische Euphorie wird stoßweise kundgetan, in Kombination mit den Texten wirkt diese aber eher verwirrend. Denn Pttrns lenken den Blick wohlwissend auf das, was um sie herum geschieht, was mit ihnen geschieht. In einer Welt voller Arbeitswahn, Liebesfrust und knirschender Zahnräder. Ebenda findet sich wenig Harmonie. Und so kreischen, (sprech)singen, stampfen, brummen und schrammeln sie sich durch das Album. Begleitet von gerade einmal drei Instrumenten. Kein Schnickschnack. Das Ganze fast auf reine Metren komprimiert, Melodien sparsam eingesetzt, wohldosiert, die Übergänge fließend, kaum erkannt. Bei all der Reduktion vergessen Pttrns nicht, worauf es in der Musik ankommt: Bewegung. Die stellt sich zwangsläufig ein. Als ob er sich nicht recht entscheiden könne, welchen Part er nun übernehmen soll, titscht der Bass zwischen Melodie und Rhythmus hin und her. Manchmal fragt man sich, wer hier eigentlich den Takt angibt. Ebenso aktiv werden Gehirnzellen. Anregungsreiche Umgebung, Klänge in der Luft, akkustische Vibrationen bringen nicht nur das im Kopf zum wippen. Die gegensätzlichen Beats verwirren den inneren Beatnicker. Achja, man könnte sich der Musik so wunderbar hingeben und einfach treiben lassen. Will man doch manchmal gerne einfach mitlaufen, nacheifern und sich steuern lassen. Hin und wieder gelingt das Pttrns auch, nicht aber ohne den Lauschern doch noch eine rhythmische Vollbremsung zu verpassen, bevor sie sich vollends treiben lassen. Denkapparate wieder anwerfen, liebe Leute! Feine Sache. Da ist noch Raum, den man füllen könnte. Warten wir es mal ab. Science Piñata ist auf jeden Fall schonmal ein sehr schöner Einblick in das, was eine Männer-WG neben leeren Bierkästen noch so fabrizieren kann.
Review by Allschools.net

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